Die Psychologie der Etagentoilette
man stelle sich folgendes vor:
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Jahrelange Studien von Etagentoilettenbesuchern rund um den Globus bringen eine simple Erkenntnis. Nahezu alle Besucher sind in wenige Kategorien einteilbar die allesamt ein einzigartiges Verhalten an den Tag halten. Diese Beobachtung kann überall selbst durchgeführt werden bzw. jeder kann sich durch Lesen dieser Studie selbst kategorisieren!
Jeder ist mal in der brenzligen Situation ein Stockwerks-WC benutzen zu müssen.
Der absolute Favorit und am meisten verbreitet ist die 3-Kabiner Variante. Favorisiert mit drei Pissoirs auf der Gegenüberliegenden Seite.
In den folgenden Fallbeispielen kategorisieren wir Klaus, einen Angestellten in einem Großraumbüro mit Flur WC Bereich - drei Pissoirs, drei Kabinen, ein Waschbecken mit Papierhandtüchern.
Da sitzt Klaus nun an seinem Schreibtisch und die Lasagne vom Vorabend beginnt am Hinterausgang anzuklopfen. Was tun? Heimfahren? Geht nicht. Was bleibt? die Etagentoilette.
Szenario 1:
Geplagt vom rektalen Druck schlägt man unauffällig den Weg zum Ausgang ein. Klar, mit "ich geh mal kacken Mädels" kann man sich im modernen Büro nicht "abseilen". Ein eleganterer, stillerer Weg wird gewählt. Also raus, die Erlösung in greifbarer Nähe doch oh Schreck, vor Klaus betritt ein andere Kollege den weißen Raum. Im schlimmsten Fall Klaus Vorgesetzter, in diesem Fall jemand aus dem Nachbarbüro.
Entscheidung 1: Studien beweisen, die erste Kategorie dreht jetzt im Flur um, mit den Worten "ach, Mist - was vergessen", da die Entblößung zu groß wäre, vor Publikum seine Notdurft zu verrichten.
Nennen wir diese Kategorie den "Schämer".
Der "Extrem-Schämer" versucht sich also sofort aus dem Staub zu machen. Der "Clevere-Schämer" geht weiter, simuliert jedoch sich lediglich die Hände waschen zu müssen! Er geht also rein die gute Stube, beobachtet mit tierischem Instinkt was Besucher Nummer zwei (wir nennen ihn "Franz") macht, wäscht sich die Hände oder putzt die Nase und verschwindet wieder.
Sollte Franz ebenfalls unter die Kategorie der Schämer fallen, würde dieser jetzt den Weg zur Kabine kurfristig abbrechen und sich ans Pissoir begeben, um unter extremer Konzentration Wasser zu lassen. Nachem Klaus den Raum wieder verlassen hat, stürmt Franz dann in die Kabine seiner Wahl - zu 90% Kabine 1 oder 3.
Das gleiche gilt für den Schämer-Besuch wenn eine Kabine bereits besetzt ist. Nase putzen oder Pissoir ist angesagt! Der "Kabinen-Schämer" hingegen harrt bewegungslos und geräuschlos in seiner Kabine aus und hofft das "die Luft bald wieder rein ist".
Der Schämer ist also sehr vielfältig und quasi in Unterkategorien zu unterteilen. Die Vielfältigkeit macht ihn kreativ und damit zur lustigsten Sorte.
Szenario 2:
Geplagt vom rektalen Druck.....
.....in diesem Fall jemand aus dem Nachbarbüro.
Entscheidung 2: Studien beweisen, die zweite Kategorie geht ebenfalls mit ins Häuschen!
Nennen wir diese Kategorie den "Dreisten".
Der Dreiste betritt den Raum, betritt die Kabine und entledigt sich der Bioabfälle völlig ungeniert. Ohne jeglichen Charme wird in Kauf genommen das sämtliche Anwesenden jedes Detail hautnah miterleben. Doch auch hier ist zu unterscheiden.
Es gibt einen "dreisten Schämer". Erst wird laut getönt, doch dann erst die Kabine verlassen wenn keiner mehr im Raum ist. Schließlich soll ja keiner Wissen wer für das Disaster verantworlich ist. Diese Gattung stellt sozusagen einen Schämer, der sich im Laufe seiner "Evolution" in einen "Dreisten" metamorphiert hat, sich aber nach der Tat wieder zurückverwandelt.
Das Extrem stellt der "extrem Dreiste" dar. Die wohl unangenehmste Besucher Variante, vor allem wenn ein Schämer bereits Kabine 1 besetzt.
Da kommt der extrem Dreiste rein, besetzt Kabine 2(!!!) und los gehts.
Der Schämer nebenan ist völlig überfordert. Durch sein stilles Ausharren bekommt er nun alles mit, ob er will oder nicht. Der Gedanke warum dieser UnMensch nicht wenigstens Kabine 3 gewählt hat plagt.
Das kann nur noch übertroffen werden wenn zwei arme Schämer es nicht mehr ausgehalten haben und Kabine 1 und 3 besetzen, still schweigen und versuchen jegliche Geräuschentwicklung zu vermeiden.
Die Tür fliegt auf, der extrem dreiste betritt den Raum. Mit geübtem Blick erkennt er an den rot gefärbten Türschließern das nur der Ausweg durch die Mitte bleibt.
Er platziert sich also zwischen den Beiden und das Donnerwetter geht los. Garantiert, wird er der erste sein, der die Kabine wieder verlässt. Kabine 1+3 sind zu Eis erstarrt, verängstigt und brauchen kurz Zeit das ganze zu verkraften.
Danach gehts zurück ins Büro, als wäre nichts gewesen.
Man sieht also, der Alltag ist unter wissenschaftlichen Aspekten ein hochkomplexer Ablauf psychologischer Abläufe. In"stinkte" sozusagen, die nicht zu "unterdrücken sind.